Kulturraum “Boysun”

2001 wurde Boysuns Kulturraum von der UNESCO als eines der ersten 19 „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ anerkannt und 2008 in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit “ der UNESCO eingetragen. Dies war ein bedeutender Anreiz für das weitere Studium und Bemühungen zur Bewahrung der Volkskultur und der künstlerischen Traditionen der Region.

Die Eigenart des kulturellen Raumes von Boysun ist das Ergebnis des kreativen Geistes ihrer Menschen, die diese in ihrer langen Geschichte erworben, bewahrt und entwickelt haben. Die traditionelle Kunst und Folklore von Boysun hat sich im Laufe der Jahrhunderte aus einheimischen Traditionen und äußeren Einflüssen herausgebildet.

Die materielle und immaterielle Kultur von Boysun spiegelt sher viele Elemente der historischen Entwicklung der Kultur und Kunst der Völker Zentralasiens, Afghanistans, Irans und bis zu einem gewissen Grad Indiens wider. Die traditionelle Kultur von Boysun kennt die sesshafte und nomadische Folklore, Sitten, Bräuche und handwerkliche Traditionen der türkischen und ostiranischen Völker, in denen Volksislam und alter Aberglaube vereint sind. Die geografische Lage von Boysun ermöglichte es, viele reiche Traditionen der Volkskultur zu bewahren – ihre traditionelle Lebensweise, ihre ursprünglichen Traditionen der Volkskunst. Das manifeestiert sich in der Volksmusik und Poesie, in besonderen Formen des Epos, im Volkshandwerk und in der Nationaltracht, im Festhalten an alten Riten und Volksspielen. All dies ist auf den besonderen wirtschaftlichen und kulturellen Lebensraum zahlreicher ethnischer Gruppen zurückzuführen – Türken, Kungraden, Kataganen, Chagatai, Karluken, Durmen, Kharduri, Tadschiken, Usbeken, Barlas usw.